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Es war und ist uns eine große Freude, dass nach fast 50 Jahren wieder eine Primiz in Villanders stattfinden konnte. Für uns war es eine besondere Ehr, bei den Vorbereitungen zu den Primizfeierlichkeiten im Komitee mitzuwirken. Die Schützenkompanie sah es als Pflicht, die Tradition der Primizgestaltung sowie des Primizladens weiterzuführen. Für das Primizladen meldeten sich 12 Schützen, um die vorgegebenen 125 Adressen aufzusuchen und traditionell mit einem Gedicht und der persönlichen Einladung von Konrad einzuladen. Zu den Primizladern gehörten Hannes Rabensteiner, Ewald Pichler, Michael Gruber, Karl Gruber, Martin Untermarzoner, Egon Herbst, Gerhard Webhofer, Walter Rabensteiner, Franz Gantioler, Oliver Klammsteiner, Konrad Anranter und Hans Anranter. Sogar im Bozner Dom hatten Karl Gruber und Martin Untermarzoner die Ehre, das Primizgedicht und die Einladung vorzubringen. Für alle war es ein Erlebnis und eine Erinnerung, die man nicht so schnell vergisst. Überall wurden wir herzlich empfangen und staunend wurde uns zugehört. In Villanders erfolgten die Einladungen von Walter Rabensteiner und dem Hauptmann Hannes Rabensteiner wie es die Tradition verlangte hoch zu Ross. Das Primizgedicht wurde von Maria Stoffner verfasst. Weiters war es für uns ein großes Anliegen, die Gestaltung der Primiz in die Hand zu nehmen. Wir übernahmen das Restaurieren und Aufhängen der Krone sowie das Aufstellen der zwei Triumphpforten, die eine Höhe von 15 Metern hatten. Es war eine große Herausforderung, da wirklich viel Arbeit bis zum Schluss anfiel. Doch durch die Unterstützung der Katholischen Frauenbewegung und unzähliger Privatpersonen, die beim Binden bei hohen Temperaturen Außerordentliches geleistet haben, gelang es, dass die Pforten sowie die Krone und die Girlanden rechtzeitig fertig wurden. Die Lieferung der „Tasen“ übernahmen die Bauern. Weitere Aufgaben, deren wir uns annahmen, waren die Organisation des Böllerns, der Leinwand, der beiden Filmer, des Fotografen, die Bestellung der Getränke und des Essens sowie von sämtlichem Zubehör, wie z.B. Budel, Bänke, Toiletten u.ä. Soviel zur Vorarbeit. Am Samstag war es für uns eine große Ehre, unseren Primizianten nach altem Brauch durch die Primizlader abzuholen. Unser
Neupriester wurde von einer Kutsche zum Empfang gebracht, welche der Pferdesportverein organisierte. Begleitet von den 12 Primizladern, davon 5 hoch zu Ross und die restlichen 7 als Begleitung, freute sich Konrad über den Empfang sehr. Umgeben von einer großen Menschenmenge wurde der Primiziant von unserem Bürgermeister im Dorfzentrum begrüßt. Danach konnte er zum ersten Mal dem Gedicht der Primizlader gespannt folgen. Anschließend durften wir ihm durch das Abfeuern einer Ehrensalve unsere höchste Ehrerbietung erweisen. Schließlich folgte durch die Vereine der feierliche Einzug in die Kirche. Konrad wurde an beiden Tagen stets von den Primizladern begleitet. Ebenfalls an beiden Tagen konnte Konrad sich auf ein Spalier der Schützen und der Volkstanzgruppe vor der Kirche freuen. Im Anschluss an den Wortgottesdienst zog eine feierliche Lichterprozession zum Widum, wo mit einem Gebet der Abschluss erfolgte. Die Fackeln wurden von den Schützen getragen. Als weitum sichtbares Zeichen wurde von uns ein 10 m hohes Gestell aus Eisen mit dem Herz-Jesu-Symbol entzündet. Die Anwesenden waren sichtlich von den Fensterbildern und der gesamten Gestaltung der Primiz begeistert. Auch der Sonntag war gekennzeichnet von einer sehr feierlichen Atmosphäre. Auch da waren wieder die meisten Vereine eingebunden. Gott sei Dank spielte auch das Wetter mit, und die mühevolle Arbeit wurde an beiden Tagen von jedermann bewundert. Am Sonntag konnten dann viele Menschen die Primiz auch vor der Kirche auf der Leinwand verfolgen. Die anschließende Prozession erfolgte in der üblichen Reihenfolge, aber mit wesentlich mehr Mitbetenden. Es war sicher für alle Villanderer und Villanderinnen ein unvergessliches Erlebnis, und Dank der guten Zusammenarbeit der ganzen Bevölkerung waren es zwei gelungene Tage, die sicherlich dem Neupriester Konrad Gasser für den Start auf seinem neuen Lebensweg viel Freude bereitet haben.